Schützenverein Brink

Fahne des Schützenvereins Brink

        

    

Geschichte

Die Anfänge des Schützenwesens reichen weit ins Mittelalter hinein. Schriftliche Quellen aus dieser Zeit sind nur sehr spärlich und zudem lückenhaft. Ursprünglich waren alle Schützenvereine Notgemeinschaften, aus der Not des Alltags und im ständigen Kampf um das Überleben geboren. Immer wieder hatten sich die so unendlich wichtigen Gemeinschaften zu bewähren: Bei kriegerischen Überfällen und Handeln, bei Katastrophen, Brand und Seuchen. Das galt sowohl in den Städten wie in den Bauerschaften, dem ehemaligen Kirchspielgebiet.

Wie schwer die Zeiten in jenen Jahren waren, geht aus einer fürstlichen münsterischen Verordnung vom 29.01.1637 hervor. Dort heißt es, dass die über alle Maßen stattfindenden Verletzungen der Sicherheit des Eigentums und der Personen nicht weiter tragbar sind. Aus diesem Grunde waren Kirchspielführerermächtigt, Räuber, Plünderer und Entführer mit Gewalt abzuwehren, zu verfolgen und zu töten. Diesem herrenlosen Gesindel durfte keine Unterkunft gewährt werden. Die Kirchspielführer waren zudem verpflichtet, erlassene Satzungen zu beachten. So durfte keine Partei im Kirchspiel Quartier beziehen, die nicht von der Obrigkeit genehmigt worden war. Ferner mussten sie Wache halten und Nachbarführer umgehend benachrichtigen, sobald Gefahr drohte.

Die Ausbildung wehrfähiger Männer durch die Schützenvereine war besonders wichtig. Zu der kriegsmäßigen Unterweisung gehörte selbstverständlich die Schießausbildung. Bei Vogel- und Sternschießen wurde der beste Schütze ermittelt, dem dann die Königswürde verliehen wurde. Äußeres Zeichen dieser Würde war ein Schild, das an der Königsketteangebracht wurde. So entstanden die Schützenvereine - unter ihnen auch der Schützenverein Brink. Als sein Gründungsdatum gilt das Jahr 1743. Die älteste Plakette an der Königskette trägt dieses Datum mit folgender Aufschrift: "F.A.Vagedes, Richter der Stadt Cosveldt, 1743"

Älteste Plakette des Schützenvereins Brink

Die Geschichte des Brinker Schützenvereins ist eng mit der Bauerschaft Gaupel verbunden.

Auf dem ältesten Schild der Kette des Schützenvereins Gaupel mit der Jahreszahl 1678 ist Hubert Lentfers als König aufgeführt. Er war der Besitzer des Lentfertschen Erbes auf dem Brink. Von 1678-1743 feierten die Brinker mit der Bauerschaft Gaupel gemeinsam die Schützenfeste. Die Plaketten an der Königskette geben keine lückenlose Auskunft über die Könige des Schützenvereins Brink. Es kann nur vermutet werden, dass nicht in jedem Jahr ein Schützenfest stattfand bzw. nicht jeder König eine Plakette für die Königskette zur Verfügung stellte.

Die Versammlungen zu den Schützenfesten fanden früher unter der Vogelstange statt. Die Schützenfeste wurden überwiegend auf Bauernhöfen gefeiert: Das Antreten der Schützen erfolgte auf dem Hofe, wo das letzte Schützenfest gefeiert worden war.

Mitglieder des Vereins die "gemütlichen Brinker"

Aus Unterlagen, die Herr Reddemann der Stadt Coesfeld zur Verfügung stellte, geht hervor, dass ein Verein »Der gemütliche Brinker« bestand, Die Gründungsversammlung fand am Feste Kreuzerhöhung 1920 statt. Das letzte Protokoll war von 1929. Nach der Satzung wurden nur unverheiratete Brinker aufgenommen, die das 17. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz auf dem Brink hatten. Zweck des Vereins war es, die Geselligkeit, Fröhlichkeit .und Gemütlichkeit unter den jungen Brinkern zu fördern. Dieses geschah bei Tanzveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Aufführungen von Theaterstücken.

Weil sich die alten und jungen Brinker im Jahre 1923 nicht über die alten Gebräuche bei Schützenfesten einigen konnten, veranstalteten die jungen Bunker ein Sternschießen beim Wirt Reddemann. Die ersten noch vorhandenen Aufzeichnungen des Schützenvereins Brink sind in einer Chronik festgehalten, die mit dem Jahre 1927 beginnt. Danach war das Schützenfest am 23. Mai 1927 ein ganz besonderes Fest. Fritz Wegs war vor 50Jahren, also 1877, König des Brinker Schützenvereins gewesen und errang auch an diesem Tage wieder die Königswürde. In der Chronik heißt es wörtlich: Es machte einen erhabenen Eindruck, als der Greis nach 50 Jahren die Königswürde errang und ihm als Jubelkönig die Kette umgehängt wurde. Die Jubelkönigin Frau Lentfert war leider von Gott bereits in ein besseres Jenseits abgerufen worden, erhielt aber in der jetzigen Frau Lentfert eine würdige Nachfolgerin. Dem Jubelpaar wurden zwei Rohrsessel als Geschenk überreicht. Das Schützenfest fand beim Landwirt Franz Volmer statt. Zu diesem Jubiläum wurde auch eine neue Vogelstange vor dem Lentfertschen Flöte (heute Hilgert), zwischen dein Sirksfelder Weg und der Hofzufahrt Hilgert /Völker gelegen, aufgestellt. Sie kostete 43 Mark.


Eine Eintragung in der Chronik des Schützenvereins Gaupel-Brink vom 17.5.1928 lautet wie folgt: "Heute erschien bei mir (Adolf Thiäner) der Landwirt B. Wolter und bat um Aufnahme einer Urkunde über ein Stiftungskapital, das er am 29.4.1917 für die Schützennachbarschaft "Brink" gestiftet habe.

Die Urkunde lautet: "Coesfeld, 29.4.1917. Herr Bernhard Brockmeier hat mir heute 100 M ( Einhundert Mark) ausgehändigt als Stiftungskapital für eine beim Kaplaneifonds zu stiftende Hl. Messe, die alljährlich für die Lebenden und Abgestorbenen der Nachbarschaft "Brink" zu lesen ist. Epping, Kaplan."

Aus Anlass des Brandes bei Herrn Anton Wittlerbäumer fand am 5. September 1930 in der Schule Gaupel-Brink eine Versammlung der Einwohner des Schützenvereins Brink statt. Es waren 26 Haushaltungsvorstände erschienen. Einstimmig wurde beschlossen: Entsteht innerhalb des Brinker Schützenvereinsbezirkes ein Brandschaden, so hat der Vorstand des Schützenvereins dafür zu sorgen, dass die nachbarliche Hilfe eintritt, und zwar ist es eine besondere Obliegenheit des Vorstandsmitgliedes, in dessen engster Nachbarschaft der Brand vorgekommen ist. Zwei Nachbarn übernehmen die Sammlung. Jeder Einwohner des Schützenvereinsbezirkes kann nach eigenem freien Ermessen dazu spenden. Grundsätzlich wurde festgelegt, dass für jeden Brinker ohne Ausnahme, wenn ein Brandschaden ihn trifft, gesammelt werden soll, ohne Rücksicht darauf, ob er sich beim letzten Brande am Hilfswerk beteiligt hat oder nicht.

Im Jahre 1931 gab der damalige Oberpräsident (vergleichbar mit dem heutigen Direktor des Landschaftsverbandes) Sicherheitsbestimmungen über das Vogelschießen heraus. Danach mussten die Schießstände mit einem Kugelfang versehen werden. Da die Auflage kurzfristig nicht erfüllt werden konnte, wurde in diesem Jahr kein Schützenfest gefeiert. Als Ersatz fand bei der Familie Wolter-Gädener eine Familienfeier statt. Hier tauchte jedoch der Wunsch wieder auf, die Schützenfeste in der althergebrachten Form mit Vogelschießen zu feiern.

Auf der nächsten Generalversammlung am 10. Mai 1932 wurde deshalb auch über die Art und den Ort der Vogelstange diskutiert. Es waren 2 Vorschläge da:

1. Errichtung eines Kugelfanges am bisherigen Standort vor Lenferts Hof

2. Versetzung der Vogelstange auf die Weide des Herrn Lenfert, die sich zwischen dem Sirksfelder Weg und einem Gemeindeweg, der vom Sirksfelder Weg hinter "Bräutigams Büschken" abzweigte und auf der Straße bei Althoff endete, befand.

Die Versammlung entschied sich für das Versetzen der Vogelstange. Auf dieser Versammlung beschloss man ebenfalls, von der althergebrachten Tradition abzuweichen, wonach die Schützenfeste auf den Bauernhöfen gefeiert wurden. In Zukunft sollten die Schützenfeste beim Wirt Karl Reddemann stattfinden. 7 Brinker hatten sich gegen diese Regelung ausgesprochen, so dass sich der Vorstand genötigt sah, am 18.5.1932 erneut eine Generalversammlung an der Großen Kapelle abzuhalten.

Der Schützenfesthalter Bernhard Dals erklärte sich dort bereit, auf seinem Hofe das Schützenfest nach althergebrachter Weise "frank & frei", ohne jeglichen Zuschuss aus der Vereinskasse zu halten. Es wurde einstimmig beschlossen, das Schützenfest auf dem Hofe Bernhard Dals zu feiern und diese Sitte auch für die Zukunft beizubehalten.

Die Errichtung des nötigen Kugelfanges übertrug man Bernhard Brockmeier. Die Aufstellung erfolgte am 25. Mai 1932 und fand unter reger Beteiligung der ganzen Nachbarschaft statt.

Im Jahre 1933 wird berichtet, dass der Vogel mit dem "Zeichen der nationalen Erhebung" geschmückt war und das Festlokal die Hakenkreuzfahne zeigte.


Ein Beschluss von 1935 besagte, dass die Helden des 1. Weltkrieges geehrt werden sollten. Unter Anleitung des Lehrers Adolf Thiäner hatten Schüler im Werkunterricht Buchstaben aus Holz ausgesägt, um sie auf einer Krieger-Gedächtnistafel, die von Schreinermeister Theodor Pier gefertigt wurde, zusammenzufügen. Die Enthüllung nahm am 23.6.1935 Kaplan Josef Ridder auf dem Hofe Grothues vor. Die Tafel wurde in der Brinker Schule aufgehängt. Sie trug folgende Namen:
          Paul Gilthäuser, Anton Gerding, Bernhard Hormann, Josef Reddemann, Heinrich Roters, Josef Rösmann,           Wilhelm Uhling und Wilhelm Wittlerbäumer.

Nach einem Vorschlag und mit Zustimmung der Versammlung im Jahre 1936 wurden die Schützenfeste bis zum Kriegsausbruch im Jahre 1939 beim Wirt Karl Reddemann gefeiert.

1937 kam der Vorstand erneut wegen der Vogelstange zusammen. Dort beriet man darüber, die Vogelstange zunächst auf den Gemeindeweg, der vom Sirksfelder Weg nach Althoff führte, später auf den Kapellenplatz zu versetzen. Man entschloss sich, die Vogelstange auf dem Kapellenplatz aufzustellen. Die Einweihung fand im selben Jahre statt. Hierzu wurde Dechant Josef Lodde mit dem Königswagen aus der Stadt abgeholt, um auf dem kirchlichen Grundstück als erster den Schuss auf den Vogel abzugeben. Er bedankte sich für diese Ehre und verwies in seiner Ansprache auf das althergebrachte katholische Brauchtum bei Schützenfesten.

Der Schützenverein ließ im Jahre 1939 Heinrich Peirick beim Deutschen Schützenbund in einem Lehrgang zum Schießwart ausbilden, der beim Vogel- schießen die Aufsicht zu führen hatte. Die Kosten dieses Lehrganges und der Ausbildung betrügen fast 25 % der Gesamtausgaben des Schützenvereins für dieses Jahr. Für die Anschaffung einer neuen Fahne hatten 44 Haushalte je 1 Mark zu zahlen. Der Preis der Fahne betrug 52,50 Mark. 1939 fand das letzte Schützenfest vor dem 2. Weltkrieg statt. Die Chronik des Schützenvereins Brink schloss mit dem Jahre 1939 ab. Sie war von 1927-1939 vom Lehrer Adolf Thiäner geführt worden.

Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg, und wiederum wurden viele Mitglieder des Vereins zum Kriegsdienst eingezogen. Der Polen-Feldzug war nach einigen Wochen beendet, und die Menschen hatten Hoffnung auf einen baldigen Frieden. Doch diese Hoffnung trog. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr junge Leute mussten den grauen Rock anziehen. Der Krieg wurde immer schrecklicher. Von den Bombardements der Amerikaner und Engländer wurde auch der Brink nicht verschont. Unzählige Bombentrichter sowie zerstörte Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und Scheunen mit Erntevorräten waren die stummen Zeugen dieses Infernos. Ende März 1945 rollten alliierte Panzer durch die Bauerschaft. Ein englischer Panzer wurde auf dem Großen Kreuzweg von deutschen Soldaten abgeschossen, zwei deutsche Soldaten fanden bei den Nahkämpfen den Tod. In der Karwoche 1945 luden englische Bombenflugzeuge ihre erbarmungslose Last über Coesfeld ab und machten die schöne Hansestadt zu einem einzigen Trümmerhaufen.


Nach Beendigung des Krieges kam das bürgerschaftliche Leben nur mühsam wieder in Gang. Viele Schützenbrüder mussten das harte Los der Gefangenschaft ertragen, nur wenigen gelang die Flucht. Einige kamen erst nach Jahren heim, halbverhungert und schwerkrank. 25 Gefallene und Vermisste, das war die bittere Bilanz für den Brink nach dem unseligen Krieg.

1945 erfolgte ein Aufruf des Vereins zur Beseitigung von Kriegsschäden. Eine Sammlung bei 56 Familien erbrachte den Betrag von 3625 Reichs Mark. Dieses Geld wurde an 3 Familien, die Kriegsschäden erlitten hatten, ausgezahlt.

Die erste Versammlung des Schützenvereins Brink nach dem 2. Weltkrieg fand am 1.9.1948 in der Brinker Schule statt. Hier wurde beschlossen, am 26. September desselben Jahres ein Erntedankfest bei Heinrich Uhling zu feiern. Um 8 Uhr fand in der Großen Kapelle ein Hochamt statt. Das Kaffeetrinken begann um 15 Uhr. Für Frauen und Kinder stellte der Verein 400 Kuchenteile zur Verfügung. Die Bewirtung übernahm Karl Reddemann. Es spielte die Kapelle Schulenkorf aus Varlar. Das Fest verlief in bester Harmonie. Der Familie Uhling wurde hierfür Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Auch die zweite Versammlung am 4.5.1949 war in der Schule. Sie wurde vom Vorsitzenden Heinrich Gerding eröffnet. Zum bisherigen Vorstand traten Vehmann, Gädener und Hubert Gerding neu ein. Es wurde ein Sommerfest gefeiert, das am 22. Mai bei Heinrich Volmer stattfand. Die Musik stellte B. Lechtenberg. Für die Bewirtung sorgte Karl Reddemann.

Das nächste Fest, Erntedank am 9. Oktober 1949, wurde beim Wirt Karl Reddemann gefeiert. Nachmittags erhielten die Frauen Kaffee und Kuchen, während für die Kinder Spiele stattfanden und Bonbons verteilt wurden. Abends sorgte B. Lechtenberg für die Musik. Jeder zurückgekehrte Krieger erhielt ein Töttchen gratis. Bevor ein Schützenfest nach dem Kriege gefeiert werden konnte, wurde im Jahre 1949 der Bock der Vogelstange erneuert.

Das erste Schützenfest nach dem Kriege feierte der Brink am 11. und 12. Juni 1950 bei Karl Reddemann in der Gaststätte "Zur Großen Kapelle". Die Schützen traten auf dem Hofe Wiedau-Veltmann an und zogen von dort zur Vogelstange an der Großen Kapelle. Die benachbarten Schützenvereine waren auch vertreten, da in diesem Jahre das 1943 ausgefallene Jubelschützenfest nachgefeiert wurde. Das erste Königspaar nach dem Kriege waren Heinrich Uhling und Agnes Holzer. Aufzeichnungen des Vereins hierüber sind nicht mehr vorhanden.

Die ersten Protokolle über die Versammlungen, Vorstandssitzungen, Schützen- und Erntedankfeste beginnen am 23.9.1953. Schriftführer war Lehrer Bernhard Bröckerhoff.

In den 50er Jahren fanden die Schützenfeste an nur einem Wochentag statt. Um 8 Uhr war die Hl. Messe in der Großen Kapelle, anschließend wurde der Frühschoppen durchgeführt. Die Schützen traten um 13 Uhr, überwiegend auf dem Kapellenplatz, mit Hut und Handstock zum anschließenden Vogelschießen an. Danach wurde ein Preisschießen veranstaltet. Die Frauen tranken ihren Kaffee um 16 Uhr in der Gaststätte "Zur Großen Kapelle". Das Königspaar fuhr in einem Kutschwagen, bespannt mit zwei Pferden. Der Königsball beschloss das Fest. Eine Woche vor dem Schützenfest wurde der "Toog up de Ro sett" (ein Birkenzweig an der Vogelstange befestigt).

In dieser Zeit feierte der Schützenverein nicht nur das Schützen- und Erntedankfest. Er war auch für das Ausschmücken und die Pflege der Großen Kapelle zuständig. Außerdem wurden für die große Kreuzweg-Prozession am Pfingstdienstag der Altar aufgestellt und geschmückt, die Fahnenmasten gesetzt und die Fahnen aufgehängt, denn an der Großen Kapelle wurde die Hl. Messe gefeiert.


Die erste Fahne nach dem 2. Weltkrieg wurde 1952 von Brinker Mädchen unter Anleitung der Lehrerin Hildegard Waisch angefertigt. Sie kostete 56,43 DM. Die Fahnenstange stammte vom Städtischen Artillerieverein und war von Josef Lembeck besorgt worden. Sie wird auch heute noch benutzt. Die Einweihung fand am Schützenfesttage in der Großen Kapelle statt.

Heilige Messe in der großen Kapelle: von links: Josef Lembeck, Josef Grothues, Otto Wittlerbäumer, Heinz Brockmeier, Walter Brockmeier, Einweihung der ersten Fahne nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1952

Messe zur Einweihung der Fahne 1952


Das Schützenfest im Jahre 1953 war für den Schützenverein Brink ein besonderes Ereignis, denn der Brinker Gastwirt Karl Reddemann und seine damalige Königin Theresia Rohling, geb. Althoff, feierten ihr 25jähriges Königsjubiläum. Unter großem Jubel der Schützen und anwesenden Zuschauer bestiegen sie wieder den Königsthron. Oberst Josef Grothues wusste dieses Ereignis in seiner Festansprache in besonderer Weise zu würdigen. Im Jahre 1955 trug der König Vinzenz Hilgert-Lenfert beim Umzug erstmalig die neu beschaffte Königskette, zusammen mit der alten Kette.
Am 9. April 1957 legte der bisherige 1. Vorsitzende Heinrich Gerding sein Amt nieder. Von der Versammlung wurde Walter Brockmeier als neuer Vorsitzender gewählt. Am 23. Mai 1958 errichtete der Schützenverein eine neue Vogelstange auf dem Kapellenplatz, die von Heinrich Wiedau gestiftet worden war.

Am 14.1.1959 genehmigte der Schützenverein 150 DM für die Beschaffung eines Opferstockes in der Großen Kapelle. Im selben Jahr erwarb der Schützenverein einen Kutschwagen von Vinzenz Lenfert (Hilgert).

1960 fanden die ersten Sammlungen für eine neue Fahne statt. Auf dem Erntedankfest am 16. Oktober wurden eine gespendete Gans und ein Zwerghahn versteigert. Der Erlös kam in den Fahnenfonds. Dem scheidenden Kaplan August Stähler wurde ein Album mit Bildern des Brinker Schützenvereins überreicht.

In den Jahren 1959-1961 bereiteten die Jugendlichen der Bonifatiusgruppe Brink Maiandachten in der Großen Kapelle vor, die einmal in der Woche stattfanden. Diese Gruppe bestand aus Brinker Jungen, die sich im Jahre 1956 zusammengeschlossen hatten. Bei ihren Gruppenabenden im Keller der Brinker Schule standen religiöse Themen, sportliche Aktivitäten, gesellige Veranstaltungen und der Gesang auf dem Programm. Weil immer weniger Schützen den Königsschuss abgeben wollten, gewährte die Versammlung am 19. Mai 1961 einen Zuschuss von 200 DM für den König.

Jugendliche der Bonifatiusgruppe Brink

St. Bonifatiusgruppe Brink 1960; unten, v. L: Ludger Hobbold, Felix Volmer, Josef Volmer, Anton Feldmann, Werner Volmer; Mitte: Klemens Rohling, Erich Hobbold, Heinz Peirick, Reinhold Reiberg, Klemens Lembeck; oben: Ludger Velken, Josef Hobbold, Bernhard Volmer, Ewald Roters, Josef Roters, Werner Peirick


1962 fand das Schützenfest erstmalig in einem Zelt statt, das vom Zeltverleiher Kortbus auf dem Schulhof aufgebaut wurde. Beim Hochamt in der Großen Kapelle sangen die Jugendlichen der Bonifatiusgruppe Brink die VIII. Choralmesse mit dem Veni Creator in lateinischer Sprache, die von Klemens Lembeck eingeübt worden war. Beim Erntedankfest fand eine weitere Versteigerung für den Fahnenfonds statt.
Im Jahre 1963 wurde die neue Fahne des Schützenvereins mit dem Emblem der Großen Kapelle und der Zahl des Gründungsjahres 1743 fertig gestellt und während des Schützenfestes von Kaplan August Stähler eingeweiht.

Fahnenweihe in der Großen Kapelle durch Kaplan August Stähler

Fahne des Schützenverein Brink


1964 enden die Aufzeichnungen des Schriftführers Bernhard Bröckerhoff. Die weiteren Protokolle beginnen mit dem Jahre 1968. Sie wurden ab diesem Zeitpunkt vom Schriftführer Willi Althoff verfasst. Die Versammlungen des Schützenvereins fanden abwechselnd in der Gaststätte "Zur Großen Kapelle" und in der "Waldschänke" statt.

Nach einem Beschluss der Jahreshauptversammlung 1969 erhielten die aktiven Schützenbrüder ab dem 65. Lebensjahr Beitragsbefreiung, und ab dem 70. Lebensjahr sollte ein Präsent überreicht werden. Erstmalig wurden 1969 die Schützenfeste an Samstagen und Sonntagen gefeiert. Das Schmücken fand freitags statt.

Am 17. Juni 1972 trug die Fußballmannschaft des Schützenvereins ein Freundschaftsspiel gegen die Betriebsmannschaft der Firma Fritzen auf dem städtischen Sportplatz aus. Schiedsrichter war Bürgermeister Josef Vennes. Das Spiel endete 3 : 2 für die Firma Fritzen.


Fußballspiel Schützenverein Brink - Firma Fritzen

Fußballspiel Schützenverein Brink - Fa. Fritzen; unten Spieler der Fa. Fritzen, oben Stefan Guljasch, Heinz Peirick, Bernhard Brockmeier, Heinz Brockmeier, Josef Volmer, Alfred Steinkamp, Ewald Roters, Josef Lechtenberg, Ludger Velken, Josef Vennes als Schiedsrichter, Hubert Große-Föller, Erich Peirick, Alfons Fleige, Bruno Reiberg, Heinrich Althoff, Anton Guljasch, Walter Brockmeier


1973 musste der Bock für die Vogelstange erneuert werden. Den Stamm stiftete Vinzenz Lenfert (Hilgert). Felix Roters bearbeitete ihn, und Alfred Völker und Vinzenz Lenfert sorgten für den Transport zur Großen Kapelle, wo er am 30. April aufgestellt wurde.

Zum 625-jährien Bestehen der St.-Antonius-Schützenbruderschaft am 26.5.1974 nahm der Schützenverein mit einer Abordnung teil. Dem allgemeinen Trend folgend trugen die Brinker Schützen 1976 erstmalig die neuen Schützenhüte und führten anstelle des Handstocks Holzgewehre mit sich, die in der Schreinerei Roters hergestellt worden waren.

Weil sich das Kaffeetrinken der Frauen durch das Vogelschießen oft verzögerte, fand es ab 1977 nicht mehr am Schützenfesttage, sondern einige Zeit später in der Gaststätte "Zur Großen Kapelle" statt. Der amtierende König nahm mit seinem Hofstaat am Kaffeetrinken teil.


Im selben Jahre wurde am Schützenfesttag (7.8.) in der Großen Kapelle eine Gedenktafel mit den Namen der in den Kriegen 1914-1918 und 1939-1945 gefallenen Brinker angebracht und eingeweiht. Auf der Jahreshauptversammlung am 12.1.1980 kündigte der Vorsitzende Walter Brockmeier seinen Rücktritt an. Auf Wunsch der Versammlung führte er die Geschäfte noch für ein Jahr weiter. Alfred Völker wurde als 2. Vorsitzender gewählt. Der Verein nahm im selben Jahre am Stockumer Jubelfest teil.

Oberst Josef Grothues gab auf der Jahreshauptversammlung am 16.1.81 bekannt, dass er sein Amt in diesem Jahr zum letzten Male wahrnehmen werde. Für 1982 und 1983 sollte Josef Lembeck dieses Amt übernehmen.

Die Ordnung in der Kompanie ließ in letzter Zeit einige Wünsche offen. Vergehen beim Antreten und während des Umzuges sollten konsequenter durch Zahlung von erhöhten Geldbeträgen (Bullenköppen) geahndet werden. Es wurde beschlossen, eine neue Königskette zu beschaffen, an der beim Schützenfest ca. 10 Schilder von der alten Königskette angebracht werden sollten. Am Tage nach dem Schützenfest fand ein offizieller Frühschoppen statt. Eine Sammlung für das Kinderdorf in Van (Griechenland) erbrachte 281 DM.

Dem Oberst Josef Grothues dankten der Vorstand und die Schützen auf der Jahreshauptversammlung am 9.1.1982 für seine 30-jährige Tätigkeit. Die Errichtung eines neuen Kugelfanges wurde beraten. Um die Genehmigung kümmerte sich Rudi Waltering. Die baulichen Maßnahmen wollten Bernhard Grothues und Felix Roters ausführen. Beim Schützenfest am 27.6.1982 trug König Robert Balhorn zum ersten Male die neue Königskette mit Brustschild.

Am 8.1.1983 legte der 1. Vorsitzende Walter Brockmeier auf der Jahreshauptversammlung sein Amt nach
20-jähriger Tätigkeit nieder. Der bisherige 2. Vorsitzende Alfred Völker wurde zum Nachfolger gewählt.
Er dankte dem bisherigen Vorsitzenden für seine jahrelange Tätigkeit. Von der Versammlung wurde Walter Brockmeier zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Paul Konert wurde 2. Vorsitzender. Dem Bau eines neuen Kugelfanges stimmte die Versammlung zu. Er wurde beim Schützenfest am 26.6.1983 erstmalig benutzt. Der Verein beteiligte sich an den Jubelfesten in Lette und bei den Bürgerschützen in Coesfeld.

1984 fand das Kaffeetrinken der Frauen erstmalig am Nachmittag des Erntedankfestes im Kolpinghaus statt. Für die Finanzierung des neuen Kugelfanges wurde ein Sonderbeitrag von 15 DM je Schütze erhoben.

1985 nahm eine Abordnung des Schützenvereins am Jubelfest in Varlar teil. Die Kosten für die Herstellung des Vogels wurden von nun an vom Schützenverein übernommen.

Für den verstorbenen Zeltverleiher Hunke übernahm ab 1986 die Fa. Gausepohl die Durchführung des Schützenfestes unter den gleichen Bedingungen.


Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung am 17.1.1987 beschlossen erste Maßnahmen für das 250-jährige Jubelfest des Schützenvereins 1993. Auf ein Sonderkonto sollten zusätzlich zu entrichtende Beiträge der Mitglieder eingezahlt und ein Betrag von 1 000 DM aus der Vereinskasse überwiesen werden. Am Schützenfesttag ehrte der 1. Vorsitzende Alfred Völker nach dem Gottesdienst in der Großen Kapelle Oberstudienrat i. R. Bernhard Mehring für seine besonderen Verdienste um den Schützenverein Brink. Er hatte über Jahre hinweg die Hl. Messe in der Großen Kapelle mit den Schützen gefeiert.

Auf der Jahreshauptversammlung am 16.1.1988 beschlossen die Mitglieder des Brinker Schützenvereins auf Anregung von Heinz Peirick die Bildung eines Festausschusses für das Jubelfest im Jahre 1993. Der Vorschlag von Bernd Althoff, einen gemütlichen "Tag der Brinker" zu veranstalten und den Erlös für das Jubel- fest zu verwenden, wurde einstimmig begrüßt. Am Jubelfest des Schützenvereins Harle im Jahre 1988 nahm eine Abordnung teil. Der Festausschuss für das Jubelfest tagte erstmalig am 1.12.1988 in der Gaststätte "Haus Uesbeck". Josef Lembeck wurde zum Vorsitzenden gewählt. Weitere Mitglieder sind: Bernd Althoff, Walter Brockmeier, Alfons Gerding, Franz-Josef Grothues, Josef Grothues, Bernhard Hilgert, Bernhard Langehaneberg, Franz-Josef Lembeck, Heinz Peirick, Josef Vennes und Heinz Völker.

Die Jahreshauptversammlung am 18.2.1989 beschloss einstimmig, eine vorgelegte neue Satzung einzuführen. Otto Schaper hatte eine Kiste zur Aufbewahrung der Schützenkette angefertigt. Beim Schützenfest sollten in Zukunft alle Schützen weiße Hosen tragen. Angebote wurden vom Vorstand eingeholt. Die Anprobe erfolgte bei Langehaneberg.

In der Jahreshauptversammlung am 3.3.1990 übernahm Winfried Maiwald die Aufgaben eines Schriftführers von Willi Althoff, der aber weiterhin Kassierer des Schützenvereins blieb. Von den Bezirkskassierern wurden an die Schützen Überweisungsformulare für freiwillige Spenden zur Deckung der Unkosten des Jubel- festes verteilt. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag für die Durchführung eines Familienfestes zu und überließ die Organisation dem Festausschuss.

Das Familienfest fand am 5.8.1990 auf dem Schulhof an der Martinschule Brink statt. Nach dem Frühschoppen erfolgte die amerikanische Versteigerung eines Rehes. Bei Schwein vom Grill, Würstchen und Reibeplätzchen trafen sich die Brinker in gemütlicher Runde zum Plaudern und Biertrinken. Für die Kinder waren Spiele aufgebaut. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen. Der nicht unerhebliche Reinerlös kam auf das Sonderkonto für das Jubelfest 1993.

Auf der Generalversammlung im Februar 1991 bei Langehaneberg wurde Rudi Waltering als neuer Schriftführer für den aus beruflichen Gründen ausscheidenden Winfried Maiwald gewählt. Der Ablauf des Schützenfestes und eine Änderung des Kaffeetrinkens wurden besprochen. Die Frauen sollten selbst darüber entscheiden, ob das Kaffeetrinken wieder am Schützenfesttage stattfinden soll. Der Vorsitzende des Festausschusses, Josef Lembeck, berichtete über die Vorbereitungen zum 250-jährigen Jubelfest.

Im Jahre 1991 wurden beim Schützenfest am 12. Mai von den Schützen erstmalig die neuen weißen Hosen getragen. Beim Frühschoppen am Schützenfesttag ehrte der Vorsitzende Alfred Völker den Silberkönig Erich Lembeck und Irene Kreienbaum, geb. Althoff. Sie war vor 40 Jahren Königin des Brinker Schützenvereins.

Heinz Peirick/Alfons Gerding

   

   Startseite   Termine   Königspaare   Geschichte   Kunstdenkmäler   Kontakt   Impressum

 

Copyright © 2002-2014 Schützenverein Brink e.V.